Faltsch Wagoni — Palast abwerfen

Freitag

10.

Februar 2023

20 Uhr

40 Jahre durch dick und dünn — ein Jubiläumsprogramm aus Songs und Wortkunst

Zu ihrem 40-jäh­ri­gen Bühnenjubiläum mischen Thomas und Silvana Prosperi neue Songs mit Lieblingsnummern aus ihrem umfang­rei­chen Repertoire zu einem poe­sie­vol­len Konzert.

Der akkord­ver­däch­ti­ge Klang einer Gitarre, der per­küs­si­ve Beat einer Trommel und eine gewöh­nungs­ge­fähr­li­che Zweistimmigkeit laden zu einem Spaziergang mit Laufmasche durch die Gehörgänge einer musi­ka­li­schen und sprach­li­chen Schatzkammer — lust­vol­ler Gedankenswing aus einem Saitental der Überflussgesellschaft.

In den Sechzigern hieß es: Friede den Hütten — Krieg den Palästen! Daraus wur­de lei­der nichts. Der gren­zen­lo­se, die Köpfe ver­ne­beln­de Konsumzauber ver­hieß statt­des­sen: Paläste statt Hütten! Heute könn­te man aus­ru­fen: Palast abwer­fen — end­lich wie­der Hütten!

Tatsächlich hat sich der von uns bean­spruch­te Wohnraum seit die­ser Zeit mehr als ver­dop­pelt, voll­ge­stopft bis oben­hin mit Plunder, der in kei­nen Möbelwagen passt: Statuskrempel, Kleiderberge, Elektroschrott, Spielzeug. Wir fah­ren in rie­si­gen gepan­zer­ten Karossen durch die geplag­te Landschaft — Paläste auf Rädern, jedes Mobile-Home ein Office, mit allem, was dazu­ge­hört: Internet und Kinderbett, Tablet und Tabletten, Handy und Hundi, alles in greif­ba­rer Nähe und bes­tens geeig­net sich die gefähr­li­che Welt da drau­ßen schönzugaukeln.

Wenn Faltsch Wagoni dazu ein­la­den Palast abzu­wer­fen, dann mit der Gewissheit, dass unse­re Lebensweise eines Ent-Zugs bedarf, der zu einer lebens­be­ja­hen­den Vergnügungsreise in die Zukunft auf­bricht. Schalten wir doch mal einen Gang zurück oder zwei — je nach wirt­schaft­li­chem Polster. Wie wär’s mit Entschleunigung, Downsizen, Radius ver­klei­nern — nicht den geis­ti­gen natür­lich — Wiederverwertung, weni­ger Arbeit, weni­ger Ausgaben, aber dafür mehr Leben.

Seit jeher ist ihr Mix aus insze­nier­tem Musiktheater, Songwriter-Satiren, lie­be­vol­lem Geschlechterkampf und geschlif­fe­nen, mit­un­ter gera­de­zu phi­lo­so­phi­schem Sprachspiel unver­wech­sel­bar und ein­zig­ar­tig. Es ist jeden­falls kein Zufall, dass die Prosperis das rare Privileg genos­sen, mit Georg Kreisler befreun­det zu sein und von ihm über die Maßen geschätzt zu wer­den. Und gera­de, was das Songwriting angeht, sind Silvana und Thomas Prosperi in jüngs­ter Zeit ja immer noch bes­ser und bes­ser geworden.
(Oliver Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung)

Nach der Premiere im November in der Münchner Lach&Schiess im Februar im Amalthea-Theater.

Web: Faltsch Wagoni

18,00 €

Palast_abwerfen©Faltsch-Wagoni