König / Tramsen — es.schmil.zt

Samstag

7.

Dezember 2024

20 Uhr

König und Tramsen, ganz Engel in Weiß, sind mit dem Auftrag auf die­se Welt gekom­men, sie zu ret­ten. Sie bezie­hen dazu ein klei­nes Haus im thü­rin­gi­schen Oberhain und ver­su­chen zunächst ein­mal die Spezies Mensch mit all ihren Eigenheiten zu verstehen.

Was treibt uns Menschen an? Warum den­ken vie­le Menschen so selt­sam der eige­nen Gattung, brin­gen sich und die Welt fort­dau­ernd ins Schwitzen und setz­ten alles und jede/n auf so ger­ne unter Druck. Um ihre Erkenntnis unters Volk zu brin­gen, ver­dingt sich das musi­ka­li­sche Engelsduo als Kleinkunstgruppe, das mit ihrem sau­ko­mi­schen, eben­so fre­chen wie phi­lo­so­phi­schem Musiktheater durch die Lande zieht.

Mit es.schmil.zt beschrei­ben die bei­den kei­nes­wegs wei­te­re der omni­prä­sen­ten Untergangszenarien, son­dern fra­gen danach, was das Leben in den (Dauer-)Krisen in uns Menschen ver­än­dert; wie sich bewuss­te oder ver­dräng­te Bedrohung auf unser Tun und Nicht-Tun auswirkt.

Dabei nut­zen die Multiinstrumentalisten eine fei­ne, poe­ti­sche Sprache und kre­ieren herr­lich all­tags­ab­sur­de Situationen, mit denen man­cher Kloß aus dem Hals gelacht wer­den kann.

Da gibt es aller­hand wich­ti­ge Erkenntnisse, z.B. über die stau­nens­wer­te Fähigkeit von uns Menschen in unse­ren Vorstellungen abseits der Wirklichkeit zu leben. Das Engelsduo unter­sucht in die­sem Zusammenhang das Phänomen des Geldes, des­sen Wert sich durch die Bereitschaft ergibt, ihm über­haupt einen Wert bei­zu­mes­sen. Und schließ­lich, nach einem unter­halt­sa­men Parforceritt durch mensch­li­che Denk- und Verstrickungsmuster, ver­brei­ten die bei­den Darsteller sogar ein gutes Stück Hoffnung. Denn auch wenn es kaum jemand glau­ben mag: die Rettung der Welt kann und darf auch Spaß machen.

Auch Gesellschaftskritisches ver­birgt sich hin­ter dem bewuss­ten Unfug. So ent­steht aus dem Trumps Haarschopf, der vom Hauch einer Riesenseifenblase ange­ho­ben wird , die mit weit aus­ho­len­den Tanzgebärden beglei­te­te Durchsage eines hin­ter­grün­di­gen, vor­der­grün­dig jedoch völ­lig absur­den Wetterberichts, der mit dem Satz endet: Vereinzelte Frühnebel kün­di­gen den nächs­ten Klassenkampf an“. Mit dem Klassenkampf als Stichwort wie­der­um ent­wi­ckeln sie Gedanken zum Feind im eige­nen Ich, zur Bürde des Reichtums — „Früher war ich Mensch, heu­te bin ich reich“ — und schließ­lich kul­mi­niert die­se Assoziationskette in dem Satz „Warum lan­den die nar­zis­tisch Gestörten immer in den Chefetagen“ und in dem Banjolied „Lass uns wie­der ein biss­chen naiv sein“. Naiv – nein, das sind König und Tramsen mit­nich­ten, im Gegenteil, sie wis­sen wohl recht genau, dass ihr echt lust­vol­ler schrä­ger Auftritt sei­ne hin­ter­grün­di­ge Wirkung nicht ver­fehlt haben durf­te.“ (Karin Stöckl-Steinebrunner Badische Zeitung 14.05.2019)

Helge Tramsen ist als Regisseur und Schauspieler bun­des­weit tätig.
Bremer Autoren- und Produzentenpreis für „Ich bin ein Antifant, Madame“

Hans König ist Autor, Regisseur und Musiker sowie Mitbegründer des preis­ge­krön­ten Aktionstheaters theat­re du pain und des Butzbacher & Brommelmeier Ensembles (immer wie­der auch im Amalthea-Theater)

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König, Tramsen - es.schmil.zt